Fütterungszeit

Gestern aufgewacht und mein erster Gedanke warst du. Schon wieder. Immer noch. Heute dasselbe. In den letzten drei Tagen habe ich mich allein fünf Dutzend mal überreden müssen, nichts zu sagen. Kein Wort. Kein Bild. Zwanzigmal überlegt, ob ich dich nicht schlicht wegblocken soll. Aber das bringt nichts. Nichts blockt dich aus meinen Gedanken. Hau ab aus meinem Kopf.

Immer öfter frage ich mich, wie ich dieses Karussell anhalten soll in meinem Kopf. Diese ganzen Bilder, in denen du drin bist. Das Geräusch von Gerten und Peitschen und Paddeln auf nackter Haut. Blut und unterdrücktes Winseln.
Am Ende war ich nicht mehr in der Lage, auch nur einen zärtlichen Gedanken in deine Richtung zu denken. Nichts Positives. Denn womöglich hättest du gekichert und mir gesagt, daß du das alles neulich ausprobiert hast. Oder das du das letzte Mal etwas gefühlt hast, als dich wieder ein unbekannter Sklavenficker mißbraucht hat auf Geheiß deines Meisters. Falls man es Gefühl nennen kann, wenn eine weint, weil sie nicht ihrer kranken Vorstellung nach mißbraucht wird.

„Hat alles nichts mit dir zu tun“ bedeutet soviel wie „Geht dich überhaupt nichts an“. Mit welcher turmhohen Arroganz du meine Gefühle für dich durch dein Handeln in den Dreck getreten hast, hast du dir niemals bewußt gemacht. Wie auch? Dazu fehlt es dir an jeglicher Empathie. Alle Worte von dir sind wie das Zischen von Giftmüll in der Deponie in meinem Hirn.
Nichts von dem, was du mal Nettes gesagt hast, scheint noch einen Wert zu haben. Denn womöglich war es nicht nett, sondern berechnend. Manipulierend. Schlicht gelogen. Wie du mich immer wieder ausgelacht hast für das, was ich empfand.

Dein Schweigen spricht Bände. Natürlich kannst du nicht aus deinem irren Elfenbeinturm runtersteigen. Hast du kein einziges Mal hingekriegt. Weil du zu feige bist, dich selber zu sehen. Vielleicht bist du doch die wertlose kleine Drecksfotze, für die du dich unbedingt halten willst. Nichts als verfügbares Fleisch. In seiner Armseligkeit nicht einmal mehr bedauernswert.

Ich weiß es nicht. Nicht mehr. Ich weiß überhaupt nichts. Ich höre nur noch dieses Brüllen in meinem Innern, das Brechen von Ketten, während sich irgendwelche dunklen Dinge losreißen, formlos und widerwärtig und haßerfüllt. Mit dem gesammelten Zorn endloser Gedankenjahre wälzen sie sich durch mein Unterbewußtsein, blind und mitleidlos, und wollen fressen.

Die Tore werden nicht mehr lange halten. Die Balken werden bald brechen wie deine Knochen, wenn du irgendwann an das letzte falsche Arschloch gerätst. Alles, von dem ich dachte, das du es hättest sein können, habe ich bei mir. Klammere mich daran fest in Dunkelheit und feuchter Kälte. Immer noch. Etwas keucht die Treppe hinauf, zähneknirschend und vielfältig. Bald. Bald wird es hier sein.

 


Das Beitragsbild trägt den Titel „Cave“ und ist von Ariel Fernandez. Das Model heißt Pietro Silvert. Zu finden ist das Werk über das Dark Beauty Magazine, wie so oft. In diesem Falle über Facebook.

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