Gebundene Rotation

Im blassen, strahlenden Blau über mir schwimmt der bleiche Anblick des Mondes. Der Wind beißt sich in den Wangenknochen fest. Eisblau. Der ganze wolkenlose Himmel wie eine endlose See voller Licht.
Ich vermisse den Geruch deiner Haut und das Knistern deiner Haare und das Gefühl, wie dein Fleisch nachgibt unter meinen Fingerspitzen. Wie deine Lippen sich teilen vor meiner Zunge. Dein Atem sich niederschlägt auf meiner Brille. Meine Hand sich vergräbt im wolligen Flaum deines Nackens. Ich erinnere mich an den Geschmack dieser kleinen Schweißperlen zwischen deinen Brüsten. Die Wärme an deinem Hals. Wie du leise genießend den Atem einziehst, wenn meine Zähne über deine Leiste knabbern.

Du bist so weit fort und unerreichbar für mich. Als stünde ich auf Lunas gefrorenen Meeren und sähe die Erde aufgehen über dem Horizont. Dieser blaue Diamant vor dem schwarzen Samt der Schöpfung. Dieser Sehnsuchtsort voller Leben. Das Versprechen eines Wunders aus Wärme und Luft. Nur eine Armlänge entfernt in endloser See aus Dunkelheit.

Der einzige Ort in diesem Universum, an dem Du bist. Der einzige Ort in diesem Universum, an dem ich sein kann. Einziger Punkt in Gottes Unendlichkeit, an dem mein Geist sein will, denn nur dort könnte er deinen treffen.

Jedes Atom in uns war einmal Teil einer fremden Sonne. Wir sind aus demselben Stern gemacht, nehme ich an.
Dem Mond ist es unmöglich, mit dem Kreisen aufzuhören. Darum kann er die Erde nie berühren. Sisyphos bekommt den Stein niemals auf den Berg. Ich kann unmöglich damit aufhören, dich zu lieben.

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