Gewollt wie

Man sagt immer, über die erste Freundin, die erste Frau oder sonstige Person hinwegzukommen, die einem wirklich etwas bedeutet hat, wäre am schwersten.

Ich kann das nicht bestätigen. Meine erste wirkliche Freundin verwandelte sich im Laufe der Zeit auch in meine Frau. Und später meine erste Scheidung. Es ist bisher die einzige geblieben und das wird sich nicht ändern. Aber das ist in Ordnung. Einmal in seinem Leben sollte jeder Mann verheiratet gewesen sein.
Aber nach ihr kam die nächste Freundin. Wobei vorher eine Affäre kam. Mit einer Frau, auf die ich binnen Sekunden so unfaßbar scharf war wie noch nie zuvor in meinem Leben. Was auch durchaus auf Gegenseitigkeit beruhte. Ausgerechnet ein Mann, der seine Frau filmreif an einen guten Freund verloren hatte, führte also eine Affäre mit der Freundin eines anderen. Aber das war nur eine kurze Sache. Sobald ich etwas ernsthaftere Gefühle zu zeigen begann, war ich für sie raus. Worüber ich gar nicht einmal böse war. Wobei auch diese Sache noch ein Nachspiel hatte, in jeder Bedeutung des Wortes.Weiterlesen »

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Solovorstellung

Ich denke daran, wie du mir erzählst, daß du es dir neulich an einem Tag achtmal selber gemacht hast und du am nächsten Tag vor lauter Muskelkater in den Beinen kaum die Treppe raufgekommen bist.
Mich erinnert das daran, daß ich es war, der dir gesagt hat: „Du solltest mal dringend lernen, es dir selber zu machen.“
Jemand mit deiner Veranlagung, die es nicht zulassen will, einen Höhepunkt zu kriegen, der keine Belohnung ist, weil du wirklich glaubst, so etwas Schönes nicht verdient zu haben. Unfaßbarer Sklavenschwachsinn. Und unglaublich gefährlich. Das ist etwa so, als würde man Charles Manson eine geladene Kettensäge in die Hand drücken, mit dem Hinweis, damit niemanden zu verletzen. Also keine besonders gute Kombination.Weiterlesen »

Fütterungszeit

Gestern aufgewacht und mein erster Gedanke warst du. Schon wieder. Immer noch. Heute dasselbe. In den letzten drei Tagen habe ich mich allein fünf Dutzend mal überreden müssen, nichts zu sagen. Kein Wort. Kein Bild. Zwanzigmal überlegt, ob ich dich nicht schlicht wegblocken soll. Aber das bringt nichts. Nichts blockt dich aus meinen Gedanken. Hau ab aus meinem Kopf.Weiterlesen »

Das ganze Paket

„Glaubst du, daß ich das alles für jede andere tun würde, was ich für dich getan habe?“
Ich frage mich, was er damit meint. Denn was hat er wirklich für dich getan in den letzten zwölf Monaten? Er hat deine Gebühren bezahlt für einen Golfclub. In dem du nicht spieltest, wenn er nicht dort wäre und dich mitgenommen hätte. Der Sport gefällt dir, aber hat er das für dich getan?
Er hat Schuhe für dich bezahlt. Jacken. Hosen. Kleider und Röcke. Jede Menge Outfit. Er hat Spielzeuge eingekauft, vom Vibrator bis zum Latexkostüm. Aber hat er das für dich getan? Oder hat er es getan, damit du deinen Lolita-Charme immer wieder in anderen Masken ausspielen kannst? Was du durchaus gern tust. Denn du bist manipulativ und heimtückisch. Natürlich gibst du das nie zu. Hat er das nicht eher getan, damit du deine Sklavenrolle besser einnehmen kannst, die ihm so viel Befriedigung verschafft?
Wenn man Geld investiert, damit das eigene Hobby besser mit Material versorgt ist – ist das dann ein Zeichen von echter Liebe oder Hingabe?

Ich denke nicht. Menschen lieben ihr Hobby, so sagen wir umgangssprachlich. Aber das hat nichts mit Liebe zwischen Menschen zu tun.
Aber genau das bist du: ein Hobby. Eine Beschäftigung. Er könnte auch leidenschaftlicher Modellbauer sein. Oder eben Golfspieler. Aber mit solchen Dingen ist normalerweise kein Sex verbunden. Außerdem räumen Golfbälle nicht die Wohnung auf, erfüllen Tagesaufträge oder kochen was zum Abendessen.
Du bist ein Objekt, in das er Geld investiert hat. Was daran liegt, daß du immer auch ein Objekt sein willst. Zumindest glaubst du das. In Wahrheit hast du nur Angst davor, ein Mensch zu sein. Und wie ein Mensch geliebt zu werden von einem anderen. Du willst Beherrschung durch einen anderen, um deinem eigenen Drang nach Chaos nicht nachzugeben. Denn der steckt ebenso in dir wie dieses krankhafte Bemühen um Perfektion. Die Person, die dich am meisten unter Druck setzt, dein größter und miesester Sklavenhalter, steckt in deinem Kopf. Sie sieht dich aus deinem Spiegel an.Weiterlesen »

Optional

Du spielst mit mir. Du spielst mit mir, weil du es willst und weil es für dich dazugehört. Du tust das, weil es deine Art ist, um andere Menschen dazu zu bringen, dich zu dominieren. Denn das ist es ja, was du willst: Dominiert werden.
Allerdings sagst du auch zu mir, daß du ihm gegenüber ein Objekt bist und damit glücklich. Offensichtlich ist es das, was du willst. Aber mir gegenüber willst du das nicht sein. Kein Objekt. Kein Haushaltsgegenstand. Was ich durchaus begrüße, da ich keinen größeren Sinn darin erkennen kann, einem Haushaltsgegenstand Gefühle entgegenzubringen.

Automatisch wirft mein Gehirn aber eine neue Frage in den Raum: Wenn du mit mir spielst, um dich dominieren zu lassen, wie kannst du dann für mich kein Objekt sein wollen?
In der Konsequenz ergibt sich daraus wieder, daß du mit mir spielst, weil du es kannst. Du weißt genau, daß es keine Konsequenzen haben wird, da du ja niemals in meiner Nähe bist. Was du auch nicht vorhast. Deine Hand hält mir die Karotte hin und sie zieht sie auch wieder weg.

Du hast davon geredet, mir entgegenzukommen. Aber bei was genau? Und wie sollte das aussehen? Wir reden ja nicht über eine Rabattstaffel beim Einkauf. Du hast etwas von kleinen Schritten gesagt, um mich nicht zu verlieren oder zu vergraulen.
Aber warum du mich nicht verlieren willst, hast du nicht gesagt. „Ich mag dich“  oder „Du bist süß“ sind deine üblichen Antworten. Waren sie immer. Und ob das denn nicht genug sei. Ein Welpe ist auch süß. Das du mich in deiner Borderline-Wattewelt niemals so lieben würdest oder wirst wie ich dich liebe, ist mir inzwischen auch längst schmerzhaft klar. Aber mögen? Du magst auch Kaffee mit Himbeeraroma.Weiterlesen »

Gespräch mit Gestern

„Du liegst auf der Seite, an Hund gekuschelt und die Brille hast du vorher schon abgenommen“, sage ich.
„Ja“, sagst du.
„Woher ich das nur weiß?“, sage ich.

Und ich kann das Bild tatsächlich in diesem Moment vor mir sehen. Wie du auf der Seite liegst, deine blasse Haut unter dem Licht deiner Weihnachtslichterkette, die in dein Bettgitter gewoben ist. Wie du das verdammte Telefon an dein Ohr hältst und die Augen geschlossen hast, während du mit mir redest. Oder wie es neben dir liegt, auf dem anderen Kopfkissen. So, als wolltest du mich tatsächlich dort haben. Ich schwebe geradezu über dir und sehe nach unten auf diese Szene. Ich bin immer noch in deinem Kopf. Es hat nur Sekunden gedauert, dorthin zu kommen. Fast wie früher. Fast wie immer.

Wie du mir immer sagst, du wüßtest nicht, wer da gerade noch Bilder oder Nachrichten zu dir schickt, wenn ich den Alarm deines Smartphones höre beim Telefonieren. Und wie ich weiß, daß du mich gerade wieder belogen hast und es mir nur nicht sagen willst. Das ist genau wie früher.
Ich denke, Du weißt sehr wohl, wer dir gegen Mitternacht noch Nachrichten im Minutentakt schickt. Wer sollte es sein, wenn nicht dein Herr? Du redest wieder einmal nur nebenbei mit mir und tust so, als wäre das ein irgendwie intimes Gespräch.

Plötzlich hatte mein Telefon geklingelt, gestern abend. Nachdem ich dir unvorsichtigerweise vorher wieder einmal auf eine Nachricht geantwortet hatte, schon eine Weile her. Ich hätte sie hinnehmen sollen und nichts dazu sagen. Aber dumm, wie ich bin, mußte ich antworten. Habe sogar selber wieder Kontakt initiiert. Über mehrere Tage haben wir uns über die Entfernung Belanglosigkeiten zugerufen. Kaum bist du wieder allein zu Hause, werde ich plötzlich wieder interessant für dich.Weiterlesen »

Unverloren

„Dich gar nicht erst verlieren. Dann muß ich es auch nicht bedauern.“

Das sagtest du einmal zu mir. Immer wieder habe ich dich gefragt, ob du mich brauchst im Verlaufe all dieser Monate. Immer wieder bist du einer Antwort auf diese Frage ausgewichen.
Ähnlich wie mit anderen Aussagen. Es klingt oft gut, was du zu mir sagst. Aber in Wirklichkeit ist es wieder ein Ausweichen. Ein übliches Taktieren von dir. Nur keine Position beziehen. Sei es bewußt oder unbewußt, ich weiß es nicht. Nach all dieser Zeit kann ich immer noch nicht genau sagen, wann eigentlich welcher Aspekt deiner Persönlichkeiten das Sagen hat. Oder ob das überhaupt der Fall ist.
Statt eines einfachen Ja oder Nein oder einer Nachfrage, wie es um meine Gefühle bestellt ist, kommen immer Floskeln von deiner Seite. Nur nicht nachhaken oder Interesse daran zeigen, warum ich vielleicht so empfinde, wie ich das tue. Deine typische Problemlösung ist es, zu behaupten, daß gar kein Problem existiert.

Wenn dein Herr nicht da ist und dich an jemand anderen verleihen will, hast du mit jedem Tag mehr Angst, den sein Abreisetermin näherrückt. Wobei es nicht Angst ist, was er fühlt, wenn er seine Hand zwischen deine Beine schiebt. Vielleicht aber auch doch. Denn es ist nicht nur Schmerz, der dich geil macht. Es ist auch Angst.
Mit jedem Tag merke ich, wie deine üblichen Psycho-Züge wieder Fahrt aufnehmen. Hektisch verplanst du schon vorher jede Minute deiner Zeit, in der du keiner unmittelbaren Kontrolle durch deinen Sklavenhalter unterliegst.

Ich kann hören, wie das Chaos in dir mit immer lauterer und schrillerer Stimme kreischt. Du willst dich ablenken davon, mit allen möglichen Dingen. Nichts fürchtest du mehr als simple, schlichte, tiefe Stille. Als Bewegungslosigkeit. Du versuchst, diesen Geräuschen zu entkommen, indem du mehr und mehr Ordnung in dein Leben zwingst. Mit einem immer umfassenderen Rahmen versuchst du, alle Angst und Unsicherheit zu verbannen. Du fühlst dich nicht wohl beim Gedanken, an jemand anderen ausgeliehen zu werden. Sagst du.
Aber du sagst auch, daß du den Typen ganz nett findest. Und das du ohnehin schon immer die Phantasie mehrerer Männer in deinem Kopf trägst, ist mir nicht neu. Dir auch nicht. Wieder sagt eine Seite von dir: „Ich will das nicht“. Die andere sagt: „Woher willst du das wissen? Probieren wir es aus!“ Das Ausprobieren schon massiv falsch sein könnte, ignorierst du.Weiterlesen »

Kokon aus Dunkelheit

Du ziehst zu ihm. In dem Moment, in dem Du sagst, er würde sich bei diesen Dingen ja nicht einmischen, ist mir völlig klar, daß du zu ihm ziehen wirst. Nachdem du ja gerade erst in deiner Stadt in eine neue Wohnung gezogen bist. Mein erster Gedanke ist Furcht. Panische Angst. Nicht für mich. Um dich.
Dieser andere Kerl wird dich endgültig und vollständig von sich abhängig machen. Er wird dich an andere Männer „verleihen“, denn er sieht gerne zu. Du wirst all das mit dir machen lassen. „Für meinen Herrn tue ich alles“. So hast du es ja einmal formuliert. Ich phantasiere das nicht. Du selbst hast mir beschrieben, wie das so abläuft. Mehr als einmal. Es gibt sogar verschiedene Codes für diesen Scheiß in einschlägigen Foren.

Die Frau, die ich einmal geliebt habe, existiert nicht länger. Sie ist ausgelöscht worden in einem Akt der Selbstauflösung, des geistigen Vampirismus, den du mit Liebe und Hingabe verwechselst.
Ich fühle, wie mein Inneres zerbricht, während ich das schreibe. Erstaunlich, wie sehr ich gehofft hatte, irgendwann doch noch mal etwas von dir zu hören. Etwas Positives, aus dem ich entnehmen kann, daß es dir besser geht. Das deine beiden Seiten jetzt besser miteinander klarkommen. Aber eingeschlossen in diesen hermetischen Kokon aus Unterwerfung, in den du dich begibst, wird das nicht passieren.

Eines meiner Gedankenbilder, das ich dir mehr als einmal gezeigt habe, war es, wie du auf diesem verdammten flauschigen Riesenhund liegst, den ich dir geschenkt hatte. Bäuchlings und nackt. Wie das Bild deine Beine zeigt, diesen prachtvollen Arsch und alles andere auch. Wenn ich mir vorstelle, daß dieses Bild womöglich für diesen anderen Kerl wahr wird oder einen, der dir gerade „zugewiesen“ ist, möchte ich kotzen. Du sagtest mir einmal, daß er dich auch mit Zärtlichkeit dominiert. Ein Gedanke, den ich dir überhaupt erst beigebracht habe. Aber ich traue diesem Mann nicht. Ich hasse ihn. Ich hasse dich, weil du ihm die Belohnung für meine Anstrengungen bist.Weiterlesen »

Mitternachtsvorstellung

Geisterstunde. In meinem Kopf murmeln und flüstern wieder einmal ganz viele Stimmen. Und sie sind alle deine.

Ich weiß nicht, was ihr noch angestellt habt nach dem Film heute abend. Oder beim Film. Aber diese eine andere Stimme in meinem Kopf sagt mir gerade, daß das Schicksal ein Arschloch ist und das ich es sehr hassen sollte. Was ich tue, denn es ist meine Stimme, die das sagt. Ich weiß genau, was ich noch mit dir getan hätte an so einem Abend. Meine Vorstellung ist da gnadenlos.

Wie du gemeinsam mit mir auf dem Sofa liegst und deinen Kopf auf meine Brust gelegt hast. Wie mein Arm um dich liegt und ich nicht aufhören kann damit anzufangen, dich immer wieder zu streicheln. Die warme Haut deines Halses, deines Nackens, deiner Arme unter meinen Fingerspitzen, meinen Händen. Die Querlinien deiner Narben an deinem linken Unterarm. Für die du dich immer so schämst, wenn ich sie berühre.
Wie du mir näher kommst und versuchst, in mich hineinzukriechen. Weil du dich verstecken willst, während ich deinen Arm an meine Lippen ziehe. Ich berühre diese Narben, diese Spuren deines Schmerzes und küsse sie. Sanft. Ganz leicht. Dein Kopf zittert an meiner Brust. Du schämst dich. Ich nage leicht an deinem Handgelenk und streichle deinen Kopf. Du atmest tiefer. Es ist demütigend für dich. Denn jede Narbe ist ein Schnitt und jeder Schnitt ist ein Symbol des Versagens für dich.Weiterlesen »